Adipositas ist ein weltweites Problem

Adipositas ist der medizinische Fachbegriff für die Fettsucht beziehungsweise Fettleibigkeit. Dabei muss festgehalten werden, dass Fettsucht nicht mit einem herkömmlichen Übergewicht zu vergleichen ist, sondern dieses bei Weitem übertrifft. Nach einer Adipositas-Definition der WHO wird die Fettsucht in verschiedene Schweregrade unterteilt. Diese Schweregrade richten sich nach dem Körpermasseindex beziehungsweise BMI, wie die Abkürzung für diesen lautet. Bei diesem BMI wird das Körpergewicht zur Bewertung in Relation zur Körperfläche gestellt. (vgl. Adipositas-Symptome)

Dabei darf der BMI jedoch aus gleich mehreren Gründen nur als eine Art Richtwert betrachtet werden. So wird zum Beispiel die Körperfläche dadurch ermittelt, dass die Körpergröße zum Quadrat erhoben wird und somit ein nur bedingt akkurater Wert der tatsächlichen Körperfläche sein kann. Zudem werden bei der Ermittlung des BMI weder das Geschlecht noch die Statur oder die eigentliche Zusammensetzung des Gesamtgewichts berücksichtigt. Damit ist gemeint, dass weder die Muskelmasse noch das Gewicht der Knochen oder der tatsächliche Körperfettanteil beim BMI ausschlaggebend sind, wenngleich diese Verteilung nicht zuletzt hinsichtlich der Gesundheit von größter Bedeutung ist.

Die Zahl der Übergewichtigen steigt stark an

Die Fettsucht ist kein neues Phänomen, sondern konnte schon immer auftreten, was Gemälde aus der Antike oder dem Mittelalter beweisen. Allerdings leiden in der Neuzeit sehr viel mehr Menschen an Fettsucht. Laut der WHO sind dies weltweit derzeit sogar weit über 300 Millionen Menschen mit adipösem Übergewicht. Erschreckend dabei ist, dass die Verbreitung rapide zunimmt.

So stieg allein in den Jahren von 1995 bis 2000 die Zahl der adipösen Erwachsenen von 200 auf 300 Millionen. Aber auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind von übermäßigem Übergewicht und starker Fettsucht betroffen. Auffällig ist dabei, dass die wachsende Verbreitung nicht nur in westlichen Industrienationen, sondern auch in Entwicklungsländern und Schwellenländern zunimmt.

In Deutschland haben Untersuchungen zufolge derzeit etwa 75 % der Männer und 56 % der Frauen Übergewicht. Insgesamt sollen davon sogar 37 Millionen Erwachsene ein adipöses Übergewicht haben. Die Zahl der Kinder mit Adipositas beziehungsweise Fettsucht wird auf etwa 2 Millionen geschätzt.

Krankheitsrisiko Adipositas

Die Fettsucht begünstigt zahlreiche schwerwiegende oder sogar lebensgefährliche Krankheiten, wie etwa den Diabetes mellitus Typ 2. Schon deshalb muss die Fettsucht als ernst zu nehmendes Problem angesehen werden, zumal die Kosten für die Behandlung von starkem Übergewicht sowie der dadurch verursachten Folgekrankheiten explodieren werden. Demzufolge wird die Prävention gegen Übergewicht immer wichtiger.