Adipositas-Medikamente bekämpfen das Gewicht, aber nicht die Ursachen

Es gibt einige Adipositas-Medikamente, die bei einer ausgeprägten Fettsucht durchaus helfen können. Allerdings werden sie in der Regel erst dann empfohlen, wenn die regulären Therapiemaßnahmen, wie die Ernährungsumstellung, die Bewegungs- und Verhaltenstherapie entweder gänzlich gescheitert sind oder zumindest zu langsam die gewünschten Ergebnisse liefern.

Aber auch vor notwendigen Operationen oder bei akuten beziehungsweise bedrohlichen Erkrankungen können die Adipositas-Medikamente sinnvoll sein. Zudem gibt es Mittel, die Patienten den Einstieg in eine Adipositas-Therapie merklich erleichtern können. Was jedoch prinzipiell gegen alle diese Medikamente spricht, ist, dass sie zwar bei der Körperfettreduktion helfen können, aber nicht die Adipositas-Ursachen bekämpfen und somit nicht wirklich zur Heilung beitragen.

Produkte, die man unbedingt meiden sollte, sind Fatburner oder sonstige vermeintliche Wundermittel, da diese meist wirkungslos sind und zudem gesundheitsschädlich sein können. Ohnehin ist es absolut notwendig, dass man sich von einem Arzt oder Apotheker über die passenden Adipositas-Medikamente beraten lässt.

Ein kritischer Blick auf Adipositas-Medikamente

Adipositas-Medikamente sind keineswegs so problemlos, wie sie scheinen. Daher werden Sie auch nicht sofort eingesetzt. Ein Problem stellt die dauerhafte Einnahme ein, denn nach der Absetzung der kann es zu einem Rückfall und zu erneuter Gewichtszunahme kommen. Die Dauermedikation ist nicht nur sehr teuer, sondern erhöht auch die Gefahr von unter Umständen gefährlichen Nebenwirkungen.

Außerdem können die Medikamente zwar das Übergewicht reduzieren, wirken sich aber normalerweise nicht auf den Stoffwechsel aus. Dieser ist aber bei vielen Adipösen gestört und häufig die Ursache von vielen Folgekrankheiten. Eine Umstellung des Stoffwechsels wäre daher durchaus sinnvoll.

Eine komplette Heilung der Adipositas ist auf jeden Fall durch Adipositas-Medikamente nicht zu erreichen, denn wenn die Ursachen der Erkrankung weiter bestehen, ist auch ein Rückfall nicht weit. Einige Medikamenten-Typen gegen Adipositas wollen wir Ihnen aber trotz aller Kritik kurz vorstellen.

Appetitzügler

Appetitzügler sollen, wie der Name schon sagt, den Appetit mindern und somit zu einer Gewichtsreduktion führen. Normalerweise geschieht es dadurch, dass die Medikamente im Gehirn die Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin freisetzen. Diese Stoffe dämpfen wiederum das Hungergefühl. Dabei können einige dieser Adipositas-Medikamente tatsächlich als wirksam bezeichnet werden.

Allerdings können Appetitzügler den Blutdruck sowie den Puls erhöhen, was bei der Fettsucht durchaus gefährlich ist, da die meisten stark Übergewichtigen ohnehin schon unter Bluthochdruck leiden und sonstige Kreislaufprobleme haben. Zudem können viele Appetitzügler süchtig machen, weswegen immer wieder einige dieser Medikamente vom Markt genommen werden.

Quellstoffe

Quellstoffe breiten sich im Magen aus und verringern so das Magenvolumen. Folglich ähneln sie sehr dem in der Adipositas-Chirurgie verwendeten Magenballon. Zumeist bestehen diese Quellstoffe aus Cellulose, Kollagen oder Alginaten. Diese Ingredienzien sind normalerweise unbedenklich für die Gesundheit, zumal sie sich nicht auf die Körperchemie oder sonstige Vorgänge im Gehirn oder allgemein im Körper auswirken.

Jedoch können sie aufgrund ihrer quellenden Eigenschaft zu einem gefährlichen Darmverschluss führen. Das Risiko auf besagten Darmverschluss lässt sich zwar durch eine ausreichende Flüssigkeitseinnahme reduzieren, aber nicht völlig ausschließen. Da die durchaus bedrohliche Nebenwirkung fast ausschließlich bei Quellstoffen auf Cellulosebasis auftritt, sind diese im Gegensatz zu einigen anderen Quellstoffen verschreibungspflichtig.

Fettblocker

Die sogenannten Fettblocker hemmen im Darm die Aufspaltung der in der Nahrung enthaltenen Fette. Dadurch werden die Fette unverändert ausgeschieden, da der Körper sie weder aufnehmen noch verarbeiten kann. Dies führt gelegentlich zu unliebsamen Nebenwirkungen, wie etwa übel riechenden Blähungen, Diarrhö oder auch Fettstühlen. Bei längerer Anwendung kann es zudem zu einem Defizit an fettlöslichen Vitaminen, wie beispielsweise Vitamin E, D und A, kommen.