Der Diabetes Mellitus hat eine lange Geschichte

Wie Sie vielleicht wissen, handelt es sich bei der Zuckerkrankheit beziehungsweise dem Diabetes mellitus, wie der medizinische Fachbegriff lautet, um eine Stoffwechselkrankheit, welche zu einer Überzuckerung des Blutes führt. Wobei Diabetes mellitus genau genommen nicht eine Krankheit, sondern vielmehr ein Sammelbegriff für verschiedene Formen der Zuckerkrankheit ist.

Die jeweiligen Diabeteserkrankungen können einerseits in Hinsicht auf ihre Auslöser und anderseits hinsichtlich ihres Krankheitsbilds und Krankheitsverlauf unterteilt werden. Dabei liegt je nach Erkrankung ein absoluter Insulinmangel, ein relativer Insulinmangel oder sogar beides vor.

Unter dem relativen Insulinmangel ist eine Insulinresistenz, also eine abgeschwächte Insulinwirksamkeit zu verstehen. Je nach Krankheitsschwere oder Krankheitsart kann der Insulinbedarf dementsprechend variieren, weshalb eine Insulinzugabe entgegen der weitverbreiteten Meinung nicht immer notwendig ist. Dennoch sollten alle Diabetiker stets ihren Blutzucker messen, da sowohl ein zu hoher wie auch ein zu niedriger Blutzuckerwert schwerwiegende Folgen haben kann. So gilt die Zuckerkrankheit hierzulande beispielsweise als die Hauptursache des Erblindens.

Die Geschichte der Zuckerkrankheit

Der Name Diabetes wurde aller Wahrscheinlichkeit um 100 n. Chr. durch den griechischen Arzt Aretaios geprägt. Die Ergänzung Mellitus, welche übersetzt honigsüß bedeutet, ist auf Thomas Willis zurückzuführen, da dieser im Jahre 1675 den Geschmack des Urins von Zuckerkranken als honigsüß beschrieb. Etwa 100 Jahre später konnte der britische Naturphilosoph und Arzt Matthew Dobson tatsächlich eine Art Zucker im Urin nachweisen.

Auch im 19. Jahrhundert befassten sich unzählige namhafte Ärzte und Wissenschaftler mit der Zuckerkrankheit. Dabei wurden einige Erkenntnisse über die möglichen Ursachen des Diabetes mellitus entdeckt, welche bis heute Bestand haben. Allerdings dauerte es bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bis die ersten erfolgreichen Behandlungsmethoden entdeckt wurden.

So gingen 1922 Frederick Banting und Charles Best, denen im Jahr zuvor die Extraktion des Proteohormons Insulin gelang, in die Geschichte ein, da sie den damals 13 Jahre alten Leonard Thompson durch die Verabreichung von Insulin retteten. Acht Jahre später wurde in Garz das erste Diabetikerheim Europas eröffnet, in welchem Patienten betreut wurden und den angemessenen Umgang mit ihrer Krankheit erlernten. Die IDF beziehungsweise International Diabetes Federation wurde 1950 gegründet.

Die Einteilung des Diabetes mellitus in verschiedene Typen

Die erste Unterteilung des Diabetes mellitus in verschiedene Formen geht auf Harold Percival Himsworth zurück. Diese Unterteilung nahm er 1939 aufgrund der unterschiedlichen Insulinsensitivität von Patienten vor. 1965 veröffentlichte dann die WHO eine eigene Empfehlung zur Klassifikation und Diagnostik verschiedener Diabetestypen.

1997 änderte die amerikanische Diabetes-Gesellschaft die Empfehlung ab. Diese Änderung durch die ADA wurde 1998 zunächst von der WHO und zwei Jahre später auch von der Deutschen Diabetes Gesellschaft oder kurz DDG übernommen.

Während die Zuckerkrankheit bis 1997 nach der Art der Behandlung in unterschiedlich Typen unterteilt wurde, geschieht dies heute nach den Ursachen der Erkrankung. Diese Einteilung wurde auch in die Diabetes Leitlinien der DDG übernommen und 2011 abermals bestätigt. Dabei wird der Diabetes mellitus in insgesamt vier Typen unterteilt, wobei der Diabetes mellitus Typ 3 wiederum in acht Untergruppen aufgeteilt ist.