Diabetes bei Kindern nimmt stetig zu

Weltweit nimmt die Zahl der Diabetes-Kinder, also Kindern, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, in rasantem Tempo zu. Dabei ist auffällig, dass es sich immer häufiger um den Diabetes Typ 2 handelt, obwohl man lange Zeit davon ausging, dass ausschließlich Erwachsene höheren Alters an diesem Diabetes-Typ erkranken würden.

Wenngleich die Zahl der Neuerkrankungen an Diabetes Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen aus ärmeren Ländern und Schwellenländern am stärksten zunimmt, kann auch hierzulande ein alarmierender Anstieg beobachtet werden. Zudem leiden immer mehr Diabetes-Kinder an weiteren Diabetes-Formen, die dem Typ 3 Diabetes zugeordnet werden. Da auch in Deutschland zumeist Kinder einkommensschwacher Familien von diesen beiden Diabetes-Typen betroffen sind, erscheint der im Zusammenhang mit Diabetes mellitus häufig gebrauchte Ausdruck “Wohlstandskrankheit” geradezu zynisch.

Der häufigste Diabetes bei Kindern und Jugendlichen ist allerdings noch immer der Diabetes mellitus Typ 1. Der prozentuale Anteil liegt schätzungsweise zwischen 80 und 90%. So sind derzeit allein in Deutschland etwa 25.000 Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren an diesem Diabetes mellitus-Typ erkrankt. Dabei kann der Typ 1 Diabetes bei Kindern als gesellschaftsschichtenübergreifend bezeichnet werden.

Symptome

Diabetes bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen, erfordert eine gesteigerte Aufmerksamkeit der Eltern, da kleine Kinder die auftretenden Symptome nicht als solche erkennen und Jugendliche deren Tragweite zumeist unterschätzen. Zudem sind die Symptome bei Diabetes Typ 2 und 3 weniger stark ausgeprägt als beim Typ 1 Diabetes und treten auch nicht so gebündelt auf, weshalb sie häufig nicht in Zusammenhang gebracht werden.

Typische Symptome für Diabetes bei Kindern und Jugendlichen sind großer Durst und daraus resultierend gesteigerter Harndrang. Dies führt dazu, dass sehr junge Diabetes-Kinder häufig wieder ins Bett nässen, obwohl sie eigentlich schon trocken waren. Zudem sind sie oft müde und antriebslos, verlieren die Lust am Sport und Spielen. Auch eine Verschlechterung der schulischen Leistungen kann auf Diabetes hinweisen. Darüber hinaus geht vor allem der Typ 1 Diabetes bei Kindern und Jugendlichen mit einem rapiden Gewichtsverlust einher.

Diese Symptome müssen jedoch nicht zwangsläufig auf Diabetes bei Ihrem Kind hinweisen, sondern können durchaus wachstumsbedingt sein. Besonders bei Wachstumsschüben oder auch in der Pubertät, wenn der Hormonhaushalt salopp formuliert aus den Fugen gerät, können diese Symptome durchaus normale Erscheinungen sein.

Dennoch sollten Sie unbedingt mit Ihrem Kind zum Arzt gehen, wenn Sie zumindest zwei der besagten Symptome feststellen, zumal durch eine frühestmögliche Behandlung von Diabetes-Kindern schwere Folgeschäden vermieden werden können. Besonders wichtig wird es, sofort den Arzt aufzusuchen, wenn der Atem Ihres Kindes nach Nagellack oder faulem Obst riecht, da dies ein eindeutiges Symptom für einen bereits fortgeschrittenen Diabetes mellitus ist.

Ursachen

Jeder Diabetes-Typ hat eigene Ursachen, welche zum Ausbruch der Krankheit führen können. Häufig spielt die Vererbung eine maßgebliche Rolle. Der Typ 2 Diabetes wird bei Kindern und Jugendlichen jedoch stark durch Übergewicht, Bewegungsmangel sowie eine allgemein ungesunde Lebensweise begünstigt, weshalb Sie diesem Diabetes bis zu einem gewissen Grad entgegenwirken können.