Diabetes Typ 1 – Allein 400.000 Deutsche sind betroffen

Schätzungen zufolge leiden derzeit etwa 5 % der weltweit über 285 Millionen Diabetiker an dem bis heute unheilbaren Diabetes mellitus Typ 1. Das sind allein in Deutschland bis zu 400.000 Menschen. Meistens tritt der Diabetes Typ 1 bereits in jungen Jahren auf, weshalb er früher auch als Jugenddiabetes, juveniler oder auch jugendlicher Diabetes bezeichnet wurde. Allerdings können auch ältere Menschen an daran erkranken, wobei es sich dabei zumeist um eine Sonderform namens LADA handelt.

Was ist Diabetes mellitus Typ 1?

Diabetes Typ 1 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei welcher die körpereigene Insulinproduktion allmählich verringert wird und letztendlich gänzlich zum Erliegen kommt. Dies hat einen absoluten Insulinmangel zur Folge, welcher die Zugabe des lebenswichtigen Hormons Insulin notwendig macht, da dieser Diabetes-Typ ansonsten zunächst zu irreparablen Schäden an den Organen, Nerven sowie Blutgefäßen, danach zu schwerwiegenden Folgekrankheiten und letztendlich zum Tode führt.

Allerdings wird der Diabetes mellitus Typ 1 im Gegensatz zu den anderen Diabetes-Formen zumeist sehr früh erkannt, da der Insulinmangel typische Symptome hervorruft. Wenn der Insulinbedarf aufgrund von fieberhaften Erkrankungen, größeren Operationen oder andauerndem Stress ungewöhnlich hoch ist, können sich die Symptome sogar noch früher zeigen. Dies gilt auch bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten, wie etwa Cortison.

Bei diesen Symptomen sollten Sie zum Arzt gehen!

Da Insulin notwendig ist, damit Glukose beziehungsweise Traubenzucker in die Körperzellen eingeschleust werden kann, treten bei Diabetes mellitus Typ 1 frühzeitig diesbezügliche Mangelerscheinungen auf. Außerdem nimmt der Blutzuckerspiegel durch die Abnahme an körpereigenem Insulin rapide zu, wodurch ebenfalls Symptome, die auf Diabetes Typ 1 hinweisen, erkennbar werden. Dazu zählt zunächst ein verstärkter Harndrang, welcher einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf und somit starken Durst zufolge hat. Da der enorme Flüssigkeitsbedarf irgendwann nicht mehr durch das Trinken gedeckt werden kann, trocknet der Körper aus, was zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit und vergleichbaren Symptomen sowie trockener Haut und Juckreiz führt.

Zugleich fehlt dem Körper Energie, die er normalerweise aus dem Traubenzucker gewinnt, weshalb er die Fettverbrennung steigert. Später werden auch die Muskeln zur Energieerzeugung abgebaut, was zu einer raschen Gewichtsreduktion führt. Danach kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen, welche allesamt die Austrocknung des Körpers und die Gewichtsabnahme steigern. Spätestens dann müssen Sie dringend zu einem Arzt! Weitere Symptome, welche auf Diabetes mellitus Typ 1 hinweisen können, sind unter anderem Heißhunger, die Häufung von Infektionen, schlecht verheilende Wunden, Sehstörungen und Potenzstörungen.

Ursachen

Bis heute sind die Ursachen, die zum Diabetes Typ 1 führen, nicht unumstößlich geklärt, zumal davon ausgegangen wird, dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, damit es tatsächlich zur Erkrankung kommt. Anscheinend sind in erster Linie Umwelteinflüsse und genetische Veränderungen verantwortlich. Dass es sich um eine Erbkrankheit handelt, ist jedoch umstritten, wenngleich es häufig zu einer Erkrankung kommt, wenn beide Elternteile unter dem Diabetes Typ 1 leiden.

Als bewiesen gilt hingegen, dass dem Diabetes mellitus Typ 1 eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegt, welche die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren, zerstört. Sobald etwa 80 bis 90 % dieser Zellen zerstört sind, treten die ersten der besagten Symptome auf. Dies geschieht innerhalb weniger Tage oder Wochen.