Die erfolgreiche Diabetes-Therapie erfordert ein individuelles Konzept

Diabetes mellitus kann bis heute nicht völlig geheilt werden. Einer tatsächlichen Heilung kommen bisher nur eine Bauchspeicheldrüsentransplantation und die sogenannte Inselzellentransplantation am nächsten.

Allerdings haben diese Transplantationen schwerwiegende Nebenwirkungen und andere Nachteile. So müssen Diabetiker nach einer erfolgreichen Transplantation zwar kein Insulin mehr zuführen, dafür sind sie aber auf andere Medikamente, welche unter anderem eine Abstoßung der Implantate verhindern sollen, angewiesen. Zudem gibt es bisher keine aussagekräftigen Langzeitstudien, weshalb diese Diabetes-Therapie derzeit eher experimentell ist.

Die Erkrankung an Diabetes mellitus durch eine Diabetes-Impfung zu verhindern, ist ebenfalls noch nicht möglich, auch wenn erste Versuche mit oral verabreichtem Insulin sowie präventiven Behandlungen mit Insulin-Nasenspray Erfolg versprechend scheinen. Allerdings gibt es probate Therapieformen, durch welche Diabetiker ein nahezu normales Leben führen können. Eine Diabetes-Therapie kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn der Patient sich aktiv daran beteiligt und alle Ratschläge beherzigt.

Jeder Diabetes-Typ erfordert eine andere Behandlung

Bei der Diabetes-Therapie handelt es sich um ein ganzheitliches Konzept, welches alle wichtigen Eckpfeiler einer angemessenen Behandlung von Diabetes mellitus umfasst. Selbstverständlich macht jeder Diabetes-Typ eine spezielle Therapie erforderlich, welche optimal auf jeden einzelnen Patienten abgestimmt sein muss. Die Behandlung von Diabetes-Kindern stellt dabei eine besondere Herausforderung für den behandelnden Arzt, die Eltern des Kindes und selbstverständlich für das Kind dar.

Die sogenannte Basistherapie ist allerdings bei den meisten Diabetikern gleich. Hier wird zunächst die Einstellung des Blutzuckers vorgenommen, damit Spätfolgen vermieden werden. Zudem werden die Patienten über ihre Krankheit und die folgenden Therapieaspekte umfangreich aufgeklärt. Wichtige Punkte sind dabei die richtige Ernährung, die angemessene Bewegung sowie die künftige medikamentöse Behandlung, falls diese erforderlich sein sollte.

Stationäre oder ambulante Behandlung?

Zumeist kann die Behandlung bei Diabetes ambulant erfolgen, zumal es bei dieser letztendlich darum geht, dass der Patient lernt, sein Leben mit der Krankheit eigenverantwortlich zu meistern. Daher werden bei der Diabetes-Therapie alle nötigen Grundkenntnisse, wie etwa das sachgemäße Ermitteln von Blutzuckerwerten, Blutfettwerten und Blutdruckwerten, vermittelt.

Jedoch bringt der Diabetes mellitus in den meisten Fällen eine grundlegende Änderung der bisherigen Lebensführung mit sich. Diese Änderung fällt vielen Patienten in der stationären Therapie leichter, da sie dort von ihrem alltäglichen Leben und den damit einhergehenden Gewohnheiten losgelöst sind. Je nach Schwere der Erkrankung und bereits aufgetretenen Begleitschäden kann eine stationäre Diabetes-Therapie sogar erforderlich sein.

Diabetes-Kliniken

Es gibt heutzutage einige Fachkliniken und Diabetes-Zentren, welche sich auf die Diabetes-Therapie spezialisiert haben. Einige sind spezialisiert auf die Behandlung von Diabetes-Kindern. In Anbetracht der rapide ansteigenden Patientenzahl sind es jedoch viel zu wenig Facheinrichtungen. Allerdings gibt es an immer mehr normalen Kliniken und Krankenhäusern fachkundige Diabetologen. So sind von den deutschlandweit 2087 Krankenhäusern immerhin schon etwa 10% vom DDG als Behandlungseinrichtung anerkannt worden.

Therapiebegleitende Maßnahmen

Sowohl die Diagnose Diabetes mellitus als auch das Leben mit dieser Krankheit können eine große Belastung für die Psyche darstellen. Dies ist unter anderem einer der Gründe, warum Diabetiker im Gegensatz zur Durchschnittsbevölkerung relativ oft von Depressionen betroffen sind. Daher lassen sich immer mehr Betroffene, aber auch deren Angehörige, von qualifizierten Psychologen helfen. Außerdem gibt es Selbsthilfegruppen, deren Besuch sich lohnen kann.