Diabetes-Medikamente sind ja nach Typ und Ausprägung unterschiedlich

Insulinpräparate sind wohl die bekanntesten Diabetes-Medikamente. Sie sind immer bei Diabetes Typ 1, bei den meisten Formen des Diabetes Typ 3 und gelegentlich auch bei dem Schwangerschaftsdiabetes erforderlich. Weit weniger bekannte Diabetes-Medikamente sind die oralen Antidiabetika, welche hauptsächlich beim Diabetes Typ 2 eingesetzt werden. Folgende Medikamentengruppen kommen dabei zum Einsatz:

  • Alpha-Glukosidasehemmer
  • Glinide
  • Glitazone
  • Inkretin-Analoga
  • Inkretin-Verstärker
  • Metformin
  • Sulfonylharnstoffe

Zudem können die oralen Antidiabetika auch bei einigen Diabetes Typ 3-Erkrankungen sowie dem Schwangerschaftsdiabetes helfen. Allerdings werden sie erst dann genutzt, wenn alle anderen Therapieansätze zu scheitern drohen oder die Erkrankung so schwerwiegend ist, dass sie schnellstmöglich behandelt werden muss.

Theoretisch können auch Medikamente, welche die Symptome einer Diabetes-Erkrankung oder deren Folge- beziehungsweise Begleitschäden bekämpfen sollen, als Diabetes-Medikamente bezeichnet werden. Immer mehr Ärzte und Diabetologen setzen bei der Therapie aber auch ergänzend zu den herkömmlichen Diabetes-Medikamenten auf bewährte Mittel aus der Naturheilkunde.

Die Verabreichung

Wie der Name schon richtig vermuten lässt, handelt es sich bei den oralen Antidiabetika um Tabletten oder Kapseln, die eingenommen werden.

Die Insulinpräparate werden hingegen gespritzt. Während dazu früher herkömmliche Spritzen verwendet wurden, werden heutzutage zumeist sogenannte Insulinpens genutzt. Diese Pens erinnern optisch sowie in ihrer Funktionsweise an einen Kugelschreiber. Folglich sind diese Insulinpens, einfacher und vor allem sicherer als Spritzen zu bedienen. Zudem sind sie hygienischer.

Aufgrund der einfachen Bedienung können sich sogar Diabetes-Kinder selbst das notwendige Insulin injizieren. Allerdings sollte die Einstellung beziehungsweise Dosierung von einem erfahrenen Erwachsenen oder dem behandelnden Arzt vorgenommen werden. Eine weitere Alternative ist die Insulinpumpe.

Was ist eine Insulinpumpe und worin liegen ihre Vorteile

Eine Insulinpumpe ist ein Gerät, welches die Diabetes-Medikamente beziehungsweise Insulinpräparate automatisch über einen Katheter injiziert. Man spricht bei dieser Form der Medikamentenverabreichung von der Insulinpumpentherapie. Moderne Insulinpumpen können sogar direkt mit dem Blutzuckermessgerät verbunden werden, wodurch sie stets für einen optimalen Insulinspiegel sorgt, ohne dass Sie sich selbst darum kümmern müssen. Daher bietet sich die programmierbare oder mit einem Messgerät gekoppelte Insulinpumpe zum Beispiel bei Alzheimerpatienten, die unter Diabetes mellitus leiden, an.

Bei dem Schwangerschaftsdiabetes wird die Insulinpumpe eher selten verwendet, wenngleich sie sich bei dieser Art Diabetes anbieten würde, da die schwangeren Frauen naheliegenderweise nicht mit dem selbstständigen Verabreichen von Insulin vertraut sind. In seltenen Fällen kommt die Insulinpumpe sogar beim Typ 2 Diabetes zum Einsatz.

Nebenwirkungen von Insulin

In der Regel kommt es bei der Behandlung mit Insulin nur sehr selten zu Nebenwirkungen, welche in den meisten Fällen auch völlig harmlos sind. So bekommen zum Beispiel einige Leute zu Beginn der Insulinbehandlung Sehstörungen, die aber schnell wieder verschwinden. Da die Sehstörungen eine Folge der raschen Besserung der Blutzuckerwerte sind, könnte man diese Nebenwirkung sogar als Hinweis auf eine erfolgreiche Therapie bezeichnen.

Außerdem kann Insulin gelegentlich Ödeme und Wassereinlagerungen im Körper verursachen. Plötzliche Gewichtszunahme ist eine recht häufige Nebenwirkung bei der Insulintherapie.

Weitaus gefährlicher ist allerdings eine Unterzuckerung, welche oft durch eine Wechselwirkung mit Betablockern ausgelöst wird. Eine Insulinüberdosis kann hingegen zur ebenfalls gefährlichen Überzuckerung führen.

Wechselwirkungen von Diabetes-Medikamenten

Wer Diabetes-Medikamente in Verbindung mit anderen Medikamenten einnehmen muss, sollte sich unbedingt bei seinem Arzt oder Apotheker über mögliche Wechselwirkungen, wie zum Beispiel eine Abschwächung des Insulins, informieren, da es sonst schnell zu unterschiedlichsten Beschwerden kommen kann.