Adipositas belastet das Gesundheitssystem – Darum geht Übergewicht uns alle an!

26. Juni 2014

Rund um Adipositas

Starkes Übergewicht ist nicht nur für Betroffene belastend, auch das deutsche Gesundheitswesen leidet. Denn derzeit belaufen sich die Kosten für eine Behandlung der Adipositas pro Jahr auf geschätzte 17 Milliarden Euro. Tendenz: dramatisch steigend. Experten schlagen Alarm: Auf Dauer könnte das Gesundheitssystem zusammenbrechen.

 

Solidaritätsprinzip nur begrenzt belastbar

Das deutsche Gesundheitssystem basiert auf dem Solidaritätsprinzip, mit dem alle Mitglieder finanziert werden. Übersteigen allerdings die Kosten dauerhaft die Einnahmen, kollabiert das System.

Im Video von explain-it.tv erhalten Sie einen Einblick, wie das heutige Gesundheitssystem funktioniert:




Steigt die Zahl der Adipositaspatienten weiterhin, steigt auch das Risiko, dass das Gesundheitssystem sich nicht mehr selbst finanzieren kann. Die Folge sind steigende Krankenkassenbeiträge und Leistungseinschränkungen. Damit wird Adipositas in der heutigen Ausbreitung zum gesamtgesellschaftlichen Problem.

Staatliche Unterstützung gefordert

Die Prävention und Behandlung von Übergewicht darf daher nicht den Betroffenen allein überlassen werden. Experten fordern die Unterstützung des Staates, z. B. durch folgende Maßnahmen:

  • Minderung der Krankenkassenbeiträge nach erfolgreicher Diät,
  • Prämien für die aktive Vorbeugung von Übergewicht,
  • verbesserte Prävention durch geförderte Gesundheitskurse und Ernährungsberatung oder
  • nach Gewicht gestaffelte Krankenkassenbeiträge.

Die letzte Forderung wird allerdings mehr als kontrovers diskutiert. Die Krankenversicherung nach Gewicht zu berechnen würde auf Dauer zu einer Zweiklassengesellschaft führen, zumal Studien belegen, dass Adipositas besonders in sozial schwachen Schichten verbreitet ist.

Die Epidemie des 21. Jahrhunderts

Welche Maßnahmen ergriffen werden, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Klar ist, dass Staat und Krankenkassen dringend Verantwortung für die Eindämmung der inzwischen als „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ bezeichneten Adipositas übernehmen müssen. Wir werden Sie über neueste Entwicklungen und Behandlungen auf dem Laufenden halten!

Weiterführende Informationen:

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