Wie hoch ist Ihr Diabetes-Risiko?

21. Februar 2013

Rund um Diabetes

Die Zahlen sind erschreckend: Derzeit leiden in Deutschland etwa 6 Millionen Menschen an Diabetes. Jedes Jahr kommen rund 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Derweil sterben fast 1 Millionen Menschen an den Folgen dieser stillen Epidemie. Wissen Sie, wie hoch Ihr Diabetes-Risiko ist?

Bei welchen Symptomen Sie zum Arzt gehen sollten

Ein Diabetes macht sich leider oft sehr spät bemerkbar. Einige Symptome lassen aber recht schnell auf eine Erkrankung schließen:

  • Kopf- und Bauchschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • schlechtes Allgemeinbefinden
  • Schwindel
  • starker Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • unerklärliche Gewichtsabnahme

Treten bei Ihnen diese Symptome auf, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Vorher haben Sie auch die Möglichkeit, Ihren Blutzucker selbst zu messen. In jeder Apotheke erhalten Sie Teststreifen. Diese Tests gibt es in zwei Ausführungen:

  1. Sie entnehmen einen Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen oder der Fingerkuppe. Nach kurzer Zeit gibt Ihnen das Testgerät an, ob Ihr Blutzuckerspiegel zu hoch ist.
  2. Sie messen den Blutzuckeranteil im Urin. Verfärbt sich das Stäbchen violett oder dunkelgrün, könnten Sie Diabetes haben.

Für eine eindeutige Diagnose sollten Sie allerdings immer auf eine Blutuntersuchung beim Arzt setzen. Hier wird der HbA1c-Wert gemessen und ein Glucose-Toleranz-Test durchgeführt. Der HbA1c steht für den Blutzuckerlangzeitwert. Ein Diabetes-Risiko besteht, wenn der HbA1c-Wert über 100 mg/dl (5,6 mmol/l) liegt.

Die Diabetes-Risiko-Gruppen

Die Ursachen für Diabetes sind unterschiedlich. Einige Formen der Erkrankung sind genetisch bedingt, andere sind aber durch äußere Umstände bedingt. Wenn Sie zu einer der folgenden Risiko-Gruppen gehören, sollten Sie vorsichtig sein und regelmäßig Ihre Blutzuckerwerte überprüfen lassen.

1. Übergewicht – Zu viel Bauchfett begünstigt Diabetes

Übergewicht kann das Diabetes-Risiko entscheidend erhöhen. Besonders entscheidend ist hier das Bauchfett. Sind folgende Maße überschritten, besteht ein 3 ½ mal so hohes Risiko, an Diabetes zu erkranken:

  • Männer: 102 cm
  • Frauen: 88 cm

Etwa 90% aller Diabetiker leiden unter Übergewichts-Diabetes. Damit ist Adipositas der wesentliche Faktor für ein überdurchschnittliches Diabetes-Risiko. Ein idealer Körperfettanteil ist also sehr wichtig, um die Gefahr einer Erkrankung zu minimieren. Dieser hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Körperbau,
  • Geschlecht und
  • Alter

Finden Sie hier Informationen zur Berechnung des Körperfettanteils.

2. Ungesunde Ernährung – Fast Food erhöht das Risiko dramatisch

Hände weg von Fastfood. Nehmen Sie etwa eineinhalb Liter „Light“-Getränke pro Woche zu sich, steigt das Diabetes-Risiko aufgrund des Süßstoffes um ungefähr 59 %.

Zudem ist Vorsicht vor versteckten Fetten geboten – viele Käse- und Wurstsorten beinhalten fast ebenso viel wie Frittiertes, Süßigkeiten oder Fertigprodukte.

Setzen Sie lieber auf eiweißreiche Speisen wie

  • Soja,
  • Milchprodukte,
  • Magerfleisch und
  • Fisch.

3. Rauchen – Tabak stört die Insulinsensitivität

Studien und Statistiken belegen, dass Nichtraucher viel seltener von Diabetes betroffen sind als Raucher. Es konnte beobachtet werden, dass der Tabakkonsum die Insulinsensitivität beeinträchtigt. Ein zunehmendes Diabetes-Risiko entsteht deshalb, weil das Rauchen zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies führt, welche ihrerseits die Zellen schädigen.

Es wird zudem vermutet, dass das Nikotin eine Erhöhung des Insulinresistenz hervorruft und gemeinsam mit Kohlenmonoxid und anderen Substanzen toxisch auf die Sensitivität der Insulinrezeptoren wirkt.

4. Zu wenig Bewegung – Steigender Blutzuckerspiegel durch Inaktivität

Regelmäßige sportliche Aktivitäten helfen nachweislich den Blutzuckerspiegel nachhaltig zu senken. Wer außerdem zu viel sitzt und liegt, nimmt schneller zu. Eine Präventionsstudie mit Erwachsenen konnte belegen, dass das Diabetes-Risiko durch eine Lebensstiländerung (Bewegung, Ernährung) nach 3,2 Jahren um 58% sinkt.

5. Schlechte Nachtruhe – Stress-Hormone erhöhen die Insulinresistenz

Atemaussetzer, Schnarchen oder Schlafstörungen während des Schlafes erhöhen das Diabetes-Risiko. Denn ist der Schlaf-Wach-Rhythmus erst einmal gestört, werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet. Diese Botenstoffe können die körpereigenen Zellen insulinresistent machen.

6. Trauer, Frust und Stress – Psychische Aspekte nicht vernachlässigen

Seelische Belastungen vermögen die Steuerung der Hormone durch das Gehirn negativ zu beeinflussen. Wer ständig Stress hat, besitzt etwa ein 45 % höheres Diabetes-Risiko. Entspannungstechniken und gezielte Ruhepausen können das Risiko dementsprechend senken.

Nehmen Sie das Schicksal selbst in die Hand

Sie haben es also selbst in der Hand, einen Diabetes zu verhindern. Und das sollten Sie tun, solange es möglich ist, denn Diabetes ist nach wie vor eine unheilbare Krankheit. Wer auf eine bewusste Ernährung und regelmäßige Bewegung setzt, kann das Diabetes-Risiko deutlich reduzieren. Wir wünschen Ihnen alles Gute!

Weiterführende Informationen:

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